25 Dinge über Real Madrid
Jungfrauen und Bügeleisen
Text: 11FREUNDE Bild: Imago
Jetzt ist es klar: Sami Khedira geht zu Real Madrid.Vor seiner Abreise nach Spanien wollen wir ihm aber noch ein bisschen Nachhilfe in Vereinsgeschichte geben. Hier kommen die 25 wichtigsten Dingen zu Real Madrid. Farewell Sami!
1.
Als königlicher Klub firmiert Real Madrid nicht von Gründung an. Aus der Taufe gehoben wurde der Verein eher schnöde als »Madrid Football Club«. Erst 1920 verlieh ein Erlass des Monarchen Alfonso XIII. dem Klub den Ehrentitel einer royalistischen Ballspieltruppe. 1931 verliert der Klub den Beinamen für einige Jahre, nach der Ausrufung der Republik werden royalistische Symbole verboten.
2.
Kein Funktionär hat Real so geprägt wie Santiago Bernabéu. Der einstige Stürmer wurde 1943 zum Klub-Präsidenten gewählt und blieb es bis zu seinem Tod 1978. Bernabéu machte aus Real, damals nur die Nummer Zwei in Madrid, den
mächtigsten Klub Europas. Er baute das damals größte Stadion des Kontinents, das später seinen Namen tragen sollte. Er schuf das gigantische Trainingsgelände »Ciudad Deportiva« und setzte als erster auf die Verpflichtung auswärtiger Topstars, von Di Stéfano und Gento über Kopa und Puskás bis hin zu Pirri, Netzer und Camacho.
3.
Den aus seiner ungarischen Heimat emigrierten Ferenc Puskás überzeugte Präsident Bernabéu mit Ratschlägen zur körperlichen Fitness. Der vereinslose Puskás hatte körperlich zugelegt und wog im Frühjahr 1957 stattliche 82 Kilo bei 169 Zentimetern. Da meldete sich Bernabéu mit der einfachen Weisheit: »Real braucht Sie, Señor Puskás. Das Gewicht geht weg, die Klasse bleibt.« Womit er zweifellos Recht behalten sollte.
4.
Natürlich lockten auch die üppigen Gehälter so viele Stars nach Madrid. Puskás allein verdiente jährlich 100 000 Mark. Manch einer, wie Alfredo di Stéfano, legte sein frisch verdientes Geld allerdings fragwürdig an: Gemeinsam mit den Kollegen Santamaría und Isidro kaufte di Stéfano eine Hühnerfarm mit 10 000 Küken.
5.
Mehr Aufsehen erregte di Stéfano mit seinem Auftritt als Zugpferd der Werbekampagne einer Damenstrumpffabrik, auf denen Di Stéfano mit nylonbestrumpften Frauenbeinen zu sehen war. Viele Anhänger fürchteten um den Ruf ihres Idols, daraufhin löste Real den Star aus seinem Vertrag aus.
6.
Der beste Real-Sturm aller Zeiten? Lassen wir das »Zeit-Magazin« 1972 frohlocken: »Carinio – De Sol – Di Stéfano –
Puskás – Gento. Nie wieder wird es einen solchen Sturm geben. Zehn Superfüße, 100 Hyperzehen. Um das in einer anderen Dimension zu verdeutlichen, muss man sich vorstellen, Bach, Mozart, Beethoven, Haydn und Händel hätten alle zusammen für den Fürstbischof von Salzburg komponiert. Zur gleichen Zeit, das gleiche Concerto, am gleichen Klavier. Mit Brahms auf der Reservebank.«
7.
Rekordspieler bei Real Madrid ist ein Verteidiger. Von 1983 bis zu seiner Pensionierung 2001 spielte Manuel Sanchís Hontiyuelo sagenhafte 524 Ligapartien für Real Madrid, mit 710 Spielen insgesamt ist er der wohl uneinholbare Rekordspieler des Klubs. Und noch ein Rekord: Keiner gewann mit Real mehr Trophäen als er: 35 Pokale, Schalen und Kristallfiguren reckte er im Laufe seiner langen Karriere in die Höhe.





