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30.07.2010

25 Dinge über Real Madrid

Jungfrauen und Bügeleisen

Text: 11FREUNDE  Bild: Imago

Jetzt ist es klar: Sami Khedira geht zu Real Madrid.Vor seiner Abreise nach Spanien wollen wir ihm aber noch ein bisschen Nachhilfe in Vereinsgeschichte geben. Hier kommen die 25 wichtigsten Dingen zu Real Madrid. Farewell Sami!

25 Dinge über Real Madrid - Jungfrauen und Bügeleisen


1.
Als königlicher Klub firmiert Real Madrid nicht von Gründung an. Aus der Taufe gehoben wurde der Verein eher schnöde als »Madrid Football Club«. Erst 1920 verlieh ein Erlass des Monarchen Alfonso XIII. dem Klub den Ehrentitel einer royalistischen Ballspieltruppe. 1931 verliert der Klub den Beinamen für einige Jahre, nach der Ausrufung der Republik werden royalistische Symbole verboten.

2.
Kein Funktionär hat Real so geprägt wie Santiago Bernabéu. Der einstige Stürmer wurde 1943 zum Klub-Präsidenten gewählt und blieb es bis zu seinem Tod 1978. Bernabéu machte aus Real, damals nur die Nummer Zwei in Madrid, den 
mächtigsten Klub Europas. Er baute das damals größte Stadion des Kontinents, das später seinen Namen tragen sollte. Er schuf das gigantische Trainingsgelände »Ciudad Deportiva« und setzte als erster auf die Verpflichtung auswärtiger Topstars, von Di Stéfano und Gento über Kopa und Puskás bis hin zu Pirri, Netzer und Camacho.

3.
Den aus seiner ungarischen Heimat emigrierten Ferenc Puskás überzeugte Präsident Bernabéu mit Ratschlägen zur körperlichen Fitness. Der vereinslose Puskás hatte körperlich zugelegt und wog im Frühjahr 1957 stattliche 82 Kilo bei 169 Zentimetern. Da meldete sich Bernabéu mit der einfachen Weisheit: »Real braucht Sie, Señor Puskás. Das Gewicht geht weg, die Klasse bleibt.« Womit er zweifellos Recht behalten sollte.

4.
Natürlich lockten auch die üppigen Gehälter so viele Stars nach Madrid. Puskás allein verdiente jährlich 100 000 Mark. Manch einer, wie Alfredo di Stéfano, legte sein frisch verdientes Geld allerdings fragwürdig an: Gemeinsam mit den Kollegen Santamaría und Isidro kaufte di Stéfano eine Hühnerfarm mit 10 000 Küken.

5.
Mehr Aufsehen erregte di Stéfano mit seinem Auftritt als Zugpferd der Werbekampagne einer Damenstrumpffabrik, auf denen Di Stéfano mit nylonbestrumpften Frauenbeinen zu sehen war. Viele Anhänger fürchteten um den Ruf ihres Idols, daraufhin löste Real den Star aus seinem Vertrag aus. 

6.
Der beste Real-Sturm aller Zeiten? Lassen wir das »Zeit-Magazin« 1972 frohlocken: »Carinio – De Sol – Di Stéfano –
Puskás – Gento. Nie wieder wird es einen solchen Sturm geben. Zehn Superfüße, 100 Hyperzehen. Um das in einer anderen Dimension zu verdeutlichen, muss man sich vorstellen, Bach, Mozart, Beethoven, Haydn und Händel hätten alle zusammen für den Fürstbischof von Salzburg komponiert. Zur gleichen Zeit, das gleiche Concerto, am gleichen Klavier. Mit Brahms auf der Reservebank.«

7.
Rekordspieler bei Real Madrid ist ein Verteidiger. Von 1983 bis zu seiner Pensionierung 2001 spielte Manuel Sanchís Hontiyuelo sagenhafte 524 Ligapartien für Real Madrid, mit 710 Spielen insgesamt ist er der wohl uneinholbare Rekordspieler des Klubs. Und noch ein Rekord: Keiner gewann mit Real mehr Trophäen als er: 35 Pokale, Schalen und Kristallfiguren reckte er im Laufe seiner langen Karriere in die Höhe. 


weiterlesen [1] [2] [3]





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Kommentare

  • User
  • 30.07.2010 13:18:56 Catilina

    Wow, das Wappen von Real Madrid sieht wirklich zeitlos aus...das paßt genausogut auf die Pseudo-Rollkragen-Trikots, die Breitner und Netzer auf dem Foto anhaben, wie es auf die heutigen paßt.

  • User
  • 30.07.2010 13:30:08 Catilina

    ...wohlgemerkt, OHNE, wie die Embleme anderer Clubs (Chelsea !), in der Zwischenzeit zwei- oder dreimal von Grafik-Designern aufgesext worden zu sein.

  • User
  • 30.07.2010 15:23:40 Goodnight

    Diesem Verein wünsche ich alles Schlechte an den Hals !

  • User
  • 30.07.2010 16:52:27 Quattrostelle

    Der Vollständigkeit halber möchte ich hier noch darauf hinweisen, daß sich Real Madrid die höchste Auswärtsniederlage mit dem AC Mailand 1989 teilt, die den Blancos ebenfalls eine königliche Lektion erteilt haben.

    Link

  • User
  • 30.07.2010 17:43:57 Catilina

    mit dem AC Mailand 1989 teilt, die den Blancos ebenfalls eine königliche Lektion erteilt haben.

    Ja, Mann - so souverän, wie Milan damals den Landesmeisterpokal beherrscht hat, war nicht einmal Barca 2008/09. Real Madrid war damals kein zusammengewürfelter Haufen bestochener Superstars, sondern eine gewachsene Klassemannschaft, die sich im Hinspiel (1-1) noch gut geschlagen hatte.

  • User
  • 30.07.2010 18:18:05 Catilina

    Gerade weil Real Madrid seit 1996 immer nur die teuersten Spieler eingekauft hat, ist seine eigene Identität auf der Strecke geblieben.
    In der Real-Mannschaft, die 1989 das Halbfinale des Europapokals erreichte, standen immerhin 6 oder 7 Eigengewächse.

    Seit 15 Jahren schmückt der Club sich nur noch mit fremden Federn, selbst Raúl entstammte der Jugendabt. des Lokalrivalen Athlético. Real hat keinen seiner Superstars selbst gemacht, keiner von ihnen ist erst bei Real Madrid zum Weltstar gereift. Außerdem hat der Club auch spielerisch keine eigene Handschrift. Klar, Real Madrid möchte attraktiven, spektakulären, technischen Offensivfußball bieten, aber das wollen alle anderen spanischen Clubs auch.

    Sogar der FC Chelsea, der ebenfalls hochkarätige Spieler aus aller Welt zusammenkauft, hat wenigstens eine Spur von eigener Identität: Mourinho und seine Nachfolger haben Spieler verpflichtet, die neben ihrer spielerischen Klasse fast durchweg großgewachsen, physisch durchsetzungsfähig und/oder zweikampfstark sind. Bei Real Madrid ist eine solche Linie nicht zu erkennen, die Spieler haben nur eines gemeinsam: sie sind fertige Superstars und darum teuer.

  • User
  • 31.07.2010 21:38:36 boecko

    26. Christian Lell war in den letzten sechs Jahren häufiger im CL-Viertelfinale als Real Madrid.

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