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20.08.2010

Ein Anwalt für Saarbrücken

»Aussage gegen Aussage«

Interview: Alex Raack  Bild: Imago

Weil sich Fans vom 1. FC Saarbrücken nach dem Spiel gegen Jena von Polizei und Medien ungerecht behandelt fühlten, wird der Anhang nun von einem Anwalt begleitet. Wir sprachen mit Fanprojekttleiter Jörg Rodenbüsch.

Ein Anwalt für Saarbrücken - »Aussage gegen Aussage«


Jörg Rodenbüsch, wo erreichen wir Sie gerade?

Ich sitze mit den Fans vom 1. FC Saarbrücken im Bus auf der A4 in Richtung Dresden.

Neben Ihrem Anwalt?

Nein, der wird in Dresden zu uns stoßen. Ich werde Ihnen auch nicht seinen Namen verraten, das war eine seiner Bedingungen für den juristischen Beistand beim Auswärtsspiel.



Warum brauchen die Fans vom 1. FC Saarbrücken einen Anwalt?

Hintergrund ist das Spiel gegen Carl Zeiss Jena am vergangenen Spieltag. Nach der Partie wurde unser Bus mit Steinen beworfen und von der Polizei mit Tränengas eingenebelt. Hinterher stand in den Zeitungen: »Massenschlägerei bei Spiel Jena gegen Saarbrücken«. Und obwohl ich mit dem Einsatzleiter der örtlichen Polizei am nächsten Tag ein gutes Gespräch hatte, wollte die Polizei nicht von der Meinung abrücken, Fans aus Saarbrücken hätten sich mit Jena-Anhänger geprügelt.

Und deshalb haben Sie gleich juristischen Beistand angefordert?

Ich saß selbst mit in diesem Bus, deshalb auch meine Motivation sofort etwas gegen dieses Problem zu unternehmen. Egal was wir Fans zu den Vorfällen sagen – am Ende steht Aussage gegen Aussage. Mit einem Anwalt in unseren Reihen, der alles genau beobachten und dokumentieren wird, haben wir das Recht im Zweifel auf unserer Seite.

Wer bezahlt die Anwaltskosten?

Wenn nichts passiert – wovon wir ausgehen – besteht das Honorar aus Eintrittskarte und Bratwurst, heißt: Der Mann arbeitet für lau. Ich kenne ihn und habe noch etwas gut bei ihm. Bezahlt wird er erst, wenn es wieder zu solchen Szenen wie in Jena kommt.

Glauben Sie denn, diese Idee könnte Schule in deutschen Fanszenen machen?

Ich denke nicht. Das ist eine individuelle Idee, mit der wir auf ein bestimmtes Ereignis reagieren – nämlich die falschen Meldungen nach dem Jena-Spiel – und kein Allheilmittel für die Probleme zwischen Fußball-Fans und der Polizei. Ähnliche Überlegungen gibt es ja überall in Deutschland, beispielsweise das Projekt »Fans beobachten die Polizei« in Babelsberg. Keiner muss befürchten, dass ab sofort ein Anwalt bei der nächsten Auswärtsfahrt dabei ist.




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Kommentare

  • User
  • 20.08.2010 17:11:39 Redondo71

    Mit einem Anwalt in unseren Reihen, der alles genau beobachten und dokumentieren wird, haben wir das Recht im Zweifel auf unserer Seite.

    Ach so.

  • User
  • 20.08.2010 17:34:08 Xian

    Nun, das hätten sich die Herren schenken können. Grad in den Ultrahooligankreisen findet man immer mal wieder einen Anwalt, der auch feste mit zuhaut.
    Ich verstehe nur nicht, warum die so einen Schiss davor haben, nach Dresden zu fahren. Hier hat keiner was gegen Saarbrücken und ich glaube auch nicht, dass irgendwas passiert. Ausser vielleicht, dass Dynamo Dresden das Spiel gewinnt, aber dagegen kann auch ein Anwalt nichts machen.

  • User
  • 20.08.2010 17:58:27 mallefauser

    Angst hat da keiner, außerdem kostet der Mann ja nix.

    Ich denke, es geht darum, nochmal auf die Falschmeldung der Presse und die Falschaussage der Polizei aufmerksam zu machen...

    Schade, wäre gerne dabei, Dresden ist bestimmt ne Reise wert...

  • User
  • 20.08.2010 18:06:21 vitt

    Die Idee ist nicht neu. Die Aktion "FUSSBALLFANS BEOBACHTEN DIE POLIZEI" ( http://www.fussballfans-beobachten-polizei.de/ ) gibt es schon 'ne Weile.

  • User
  • 20.08.2010 18:36:19 AbteilungAttacke

    Peinlich mag sein und wie schon Redondo andeutete - nur weil ein Anwalt dabei ist, wird man nicht rechtlich sakrosant.

    Auch dürfe es kaum helfen, wenn der Mann Experte für Steuerrecht ist.

    Dennoch mag das Manöver nicht ungeschickt sein.

    Auch die Polizei geht gleich sehr viel anders mit einem um, wenn ein, und sei es nur potentieller, Rechtsbeistand in der Nähe ist, gerade wenn er als "externer Beobachter" auftritt und nicht Gruppenzugehörig ist.

  • User
  • 20.08.2010 22:08:09 hüter86

    ich kann die leute verstehen.
    wann kapieren hier einige, dass die Polizei dafür bekannt ist, wahrheiten so zu drehen, wie es denen gefällt?
    ist wirklich so.....hatte man letztens beim Pokalspiel HFC gegen Urin Berlin gesehen. da haben 2 bis 3 Idioten nen Böller und Bengalo gezündet und schon wurde von schweren AUsschreitungen berichtet, aber nicht davon, wie der ganze (wörtlich: G A N Z E) Fanblock sich gegen die Heinis richtete und "Assis raus" rufen! dazu haben gleich 5 Mann aus der Ultraszene die Verursacher gesucht, die auch gefunden und die abgegeben! Wie angedeutet, das ganze Spiel, vor und nach dem Spiel ging sehr friedlich vonstatten. Und wo ist jetzt hier Krawalle??

  • User
  • 20.08.2010 22:37:16 Xian

    Ich hoffe, die Saarbrückener haben sich noch ihren Frust gemeinsam mit den Dynamofans von der Seele gesoffen. Ist ja grad Stadtfest...
    Danke an die 250 Gästefans, die jetzt zu Hause erzählen können, was 17.000 Leute in der Dritten Liga für Stimmung machen können. Ich hoffe ihr kommt gut durch die Republik nach Hause.

  • User
  • 21.08.2010 00:24:57 Lederfresse

    Fans aus dem Tal der Ahnungslosen , ohne Worte !!!!!!!!!!!!!!!!!!!

  • User
  • 21.08.2010 12:33:35 Xian

    "Fans aus dem Tal der Ahnungslosen , ohne Worte !!!!!!!!!!!!!!!!!!!" ?
    1. Sind das durchaus Worte die Du da schreibst, also, was meint die Lederfresse?!

    2. Hat das "Tal der Ahnungslosen seit ca. 26 Jahren auch "Westfernsehen" *

    3. Ja, neben den 9000 Zuschauern, die z.B. gegen Stuttgarts Zweite hier anrücken, konnten wir z.B. bei der FrauenU21WM ca. 21.000 Leute ins Stadion holen.

    4. Ja, Fans, Fans des Fussballes, unabhängig von Spielklasse und offenbar auch Geschlecht.

    5. Inflationärer Gebrauch von Ausrufezeichen ist lächerlich. Noch mehr, wenn sie nach einem "ohne Worte" stehen, das ist peinlich.


    *wie das kommt kann man gern abfragen, gehört nicht hier rein, daher schreibe ich das auch nicht hier rein.

  • User
  • 21.08.2010 15:27:40 peterpacult

    na sers,
    jaja, ab der dritten liga wird es gefährlich. ich hab auch ständig meinen anwalt dabei seit fear & loathing. ist die einzige möglichkeit sich die kieberei vom hals zu halten. und im osten bei dresden spielen sollte jeder mit seiner privatarmee anrücken oder die verantwortung der uno übergeben werden.
    dank meiner westdeutschen überlegenheit bin ich sowieso dafür, die ostdeutschen vereine aufzulösen, das arbeitsscheue pack in lager zu stecken, damit sie steine klopfen und den lebensraum im osten mit anständigen westbürgern aufzufüllen.
    ich freu mich auf das duell jahn gegen dresden in regensburg. viele meiner regensburger mitmenschen werden genau solche sprüche ablassen und damit ihren hohen horizont kochjubeln. es wird zum abkoten lustig.

  • User
  • 21.08.2010 23:50:46 Xian

    Mammmiiii, die sind alle sooo gemein zu mir...

  • User
  • 22.08.2010 09:50:56 Lederfresse

    Getroffene Hunde bellen und einen Ruf den hat man nicht, den muß man sich hart erarbeiten.

  • User
  • 22.08.2010 19:25:26 Xian

    Tja, dazu müsste man halt irgendwie Stellung beziehen um jemanden zu "treffen". So ist es nur - wie schon gesagt - peinlich.

    Also, was hast Du zu sagen ausser : "Fans aus dem Tal der Ahnungslosen , ohne Worte !!!!!!!!!!!!!!!!!!!"

    Gibts da irgendwas, was Du uns mitteilen möchtest?

  • User
  • 23.08.2010 05:33:22 crapman

    Satzzeichen sind keine Rudeltiere.

  • User
  • 23.08.2010 09:54:33 Zuul

    @hüter86

    Das Spiel und das Drumherum gingen friedlich ab, keine Frage. Aber das lag auch daran, dass gegen Mittag 158 "Fans" von der Polizei eingekesselt und abgeführt wurden.

    Grund: die waren im Kampfmontur, teils mit Brustpanzern und Armschützern, mit Baseballkeulen, Ketten und ein paar Messern, in Shirts vom BfC Dynamo Berlin und Lok Leipzig gekleidet, zum Kampf angetreten. Angeblich wurde etwas wie Sprengstoff gefunden.

    Und was den Artikel angeht: kann mir nicht vorstellen, dass kein Saarbrücker sich gewehrt haben will.

  • User
  • 23.08.2010 10:41:50 rwerfurt

    "fans" stürmen den stadioninnenraum, provizieren die gästefans und nach dem spiel wird ausserhalb des stadions ein bus der gästefans mit steinen beworfen ... und was bekommt der verein als strafe?

    3.000 Euro

    Sorry das ist ein Witz, vor allem, wenn man sich mal die Urteile der letzten Jahre bei anderen Vereinen so anschaut, zb. höhere Geldstrafe + Geisterspiel für rassistische Schmähgesänge.

    Weder rassistische Schmähgesänge noch irgendwelche hirnlose Aggressionen gehören ins Stadion und sollen auch ordentlich bestraft werden, aber bitte nicht so unterschiedlich.

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