5 Gründe für Raul
Kassenwart und Sonnenkönig
Text: Alex Raack Bild: Imago
Real-Legende Raul zum FC Schalke 04? Auch wenn das Gerücht schon wieder etwas eingeschlafen zu sein scheint, 11FREUNDE möchte dem Spanier den neuen Arbeitgeber schmackhaft machen und nennt 5 Gründe.
1. Der Verein
Hat Traditon und davon sogar eine ganze Menge. Suizidale Kassenwarte, selbsternannte Sonnenkönige, die man später durch die Mailänder Innenstadt jagte, Fleischfachverkäufer mit viel Freude am Fußball – das gibt es nur hier. Langweilig wird es auf Schalke ohnehin nicht. Denken wir an die Sekunden-Meisterschaft, die Euro-Fighter, an alles, was königsblau ist. Und ist es nicht das, was sich ein alternder (und möglicherweise gelangweilter) Fußball-Star wie Madrids Raul nur wünschen kann? Wer schon alles gewonnen hat wie er (außer die WM), der wird auf Schalke seine helle Freude haben. Hier wartet man schon so lange auf die nationale Meisterschaft, dass in Madrid längst das Stadion brennen würde. Wunderbares Neuland für einen so berufsmüden Titelsammler Raul. Wenn es super läuft zwischen S04 und Raul, wird der Spanier vielleicht sogar ein paar hübsche Trophäen aus dem Schränkchen holen und der Schalker Geschäftstelle vermachen. Ganz bestimmt sogar. Einen hübschen Abklatsch des Weltpokals von 1998? Warum nicht. Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft.
2. Die Fans
Ein verrückter Haufen. Klauen schwarz-gelbe Fahnen, zerrupfen das gute Stück wie Truthahn am Feiertag und erzählen dann auch noch den Kollegen auf der Arbeit davon. Sind gleichzeitig stark allergisch auf alles, was die Farbkombination schwarz und gelb besitzt. Produzieren und lesen Magazine, die »Schalke Unser« heißen und lassen sich in der stadioneigenen Kirche trauen. Gerne auch mal mit Kutte und Starkbier. Außerdem kann der Schalker Haufen hervorragend singen, meist laut und grölend, aber – doch – durchaus schön anzuhören. Was der Name Rauuuuuullll nur für feine Stehplatzchöre abgeben würde! Grund genug, das mal auszuprobieren.
3. Das Geld
Ist eigentlich nicht da, taucht aber immer wieder mal zufällig auf. Und wenn tatsächlich Not am Mann ist, schlagen fein angezogene Herren aus Russland mitsamt ehemaliger deutscher Vollzeitpolitiker in Gelsenkirchen auf und verkloppen großzügige Deals mit Gas-Produzenten. Das wirkt nicht immer ganz koscher, bringt aber ordentlich Kohle in die leeren Kassen. Und wenn alle Stricke reißen (!) halten Kassenwarte eben ihren Kopf hin oder geben sich Sonnenkönige die Ehre. Keine Sorge, Raul, die Moneten wird es irgendwie schon geben.
4. Das Stadion
Ein Prachtstück! Rollrasen, der seinem Namen wirklich gerecht wird, ein überdimensionaler Videowürfel, von dem man in Madrid nur träumen kann und – ja! – es gibt noch Stehplätze. Wenn Raul die Bedeutung dieser Art des Fußballguckens noch einigermaßen kennen sollte, dürfte er begeistert sein. Gut, die Knappenkarte ist nicht das Gelbe vom Ei, aber wir leben ja auch nicht in einer perfekten Welt. Sonst hätte es die toten Kassenwarte und Sonnenkönige schließlich auch nie gegeben. Und wir hätten heute nichts mehr zu erzählen. Danke, oh du unperfekte Welt!
5. Der Trainer
Mag Schach, Brillen mit Rand und steile Hügel auf dem Trainingsplatz. Ob sich Felix Magath den »Mount Magath« genannten Folterberg für Sprints am Hang bereits hat patentieren lassen, war trotz der leidenschaftlichen Nachfrage von 11FREUNDE nicht zu erfahren. Die gesamte Belegschaft war noch zu groggy von den ersten Trainingstagen, selbst die Presseabteilung soll sich bereits mehrfach vor Erschöpfung übergeben haben. Was natürlich nicht heißen soll, dass dieser Magath ein Unmensch ist. Ganz und gar nicht. Er lässt eben nur viel laufen, aber damit hat Raul ja auch sein ganzes Fußballer-Leben lang schon die eigenen Brötchen verdient. Außerdem: Wer eine Spielzeit mit Osram Heynckes überlebt hat, zu Zeiten, wo dieser noch fern jeglicher Altersmilde gewesen sein muss, der schafft auch Magath. Mitsamt seinem Hügel.
---
News, Interviews, Blogs, Statistiken und Service zu: Schalke 04






