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04.07.2011

Horst Eckel über das WM-Endspiel 1954

»Alles Herberger-Taktik«

Text: 11FREUNDE  Bild: Imago

Nachdem es in der Vorrunde eine 3:8-Klatsche gegen Ungarn setzte, waren sich die Buchmacher sicher: Puskas und Hidegkuti würden Herbergers Elf aus dem Wankdorfstadion schießen. Wir fragten Horst Eckel, warum alles anders kam.

Horst Eckel über das WM-Endspiel 1954 - »Alles Herberger-Taktik«


Herr Eckel in der Vorrunde sind Sie gegen Ungarn noch sang- und klanglos untergegangen. Haben sie vor dem Finale überhaupt an einen Sieg geglaubt?

Wir haben alle dran geglaubt. Das 3:8 war keine normale Niederlage, wir haben ja nicht mit der ersten Mannschaft gespielt. Das gehörte zur Taktik von Sepp Herberger. Vor dem Endspiel waren wir einen großen Schritt weiter, unser Selbstvertrauen war so groß, dass wir gesagt haben, wir wollen nicht Vizeweltmeister werden, wir wollen jetzt Weltmeister werden.



Wie wichtig war das Wetter beim Endspiel?

Für mich war das Wetter überhaupt nicht wichtig, ich habe bei Regen wie bei Sonnenschein gerne gespielt. Das war beim Fritz natürlich anders, gerade bei Regen konnte er seine Technik besonders ausspielen. Deshalb war das Wetter schon ein Vorteil für uns.

Es heißt immer, dass die Deutschen wegen der besseren Schuhe im Vorteil waren...

Das kann gar nicht sein. Schon vor Spielbeginn hat es leicht geregnet, da hatten die Ungarn auch noch die Möglichkeit, die kleinen Stollen runter und neue drauf zu machen. Wir hatten die Schraubstollen, damit ging es eben etwas schneller. Aber mit dem Spielausgang hat das überhaupt nichts zu tun gehabt.

Was ging Ihnen durch den Kopf, als die Ungarn schon nach acht Minuten mit 2:0 in Führung gingen?

Das war schon eine kritische Situation, aber unser Selbstvertrauen war so groß, dass wir uns sicher waren, auch das 0:2 aufholen zu können. Es war natürlich auch ein bisschen Glück dabei, dass wir gleich den Anschluss geschafft haben und sofort zum 2:2 ausgeglichen haben, womit das Spiel für uns wieder von vorne begonnen hat.

Nach dem Ausgleich haben die Ungarn einen höllischen Druck entfacht. Galt es in dieser Phase, nur das Unentschieden zu verteidigen oder haben Sie auch selbst auf ein Tor spekuliert?

Wir wollten vor der Pause noch ein drittes Tor machen, es gelang uns aber nicht, die Partie war ziemlich ausgeglichen. In der Kabine haben wir uns gesagt, jetzt gehen wir raus und werden Weltmeister. Die Ungarn dagegen haben die Köpfe schon ein bisschen hängen lassen und das haben wir ausgenutzt.

Sie kamen im Turnierverlauf auch als Mittelstürmer zum Einsatz und im Finale dann wieder als rechter Läufer. Wie zufrieden waren sie mit ihrer eigenen Leistung?

Nur beim 3:8 gegen Ungarn wurde ich mal im Sturm eingesetzt, sonst habe ich immer nur auf meiner Position gespielt. Und im Finale musste ich ja auch noch gegen Hidegkuti spielen, den Kopf der ungarischen Mannschaft.

Viele glaubten Puskas sei der zentrale Mann der Ungarn gewesen.

Nein, nicht Puskas war der Kopf, Hidegkuti war für die Ungarn das, was Fritz Walter für uns war. Absolut kaltstellen konnte ich ihn natürlich nicht, aber er hat kein Tor gemacht und er kam nicht so zum Zug, wie das in den vorigen Spielen der Fall war. Ich war jung, er war acht oder neun Jahre älter und darum war ich immer einen Schritt schneller als er.


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Kommentare

  • User
  • 14.03.2009 16:37:27 teckenbrauro

    der radiokommentator ist HERBERT Zimmerman.*kopfschüttel*
    das ist echt schon hochgradig peinlich...

  • User
  • 15.03.2009 13:50:35 Andreas Bock

    verbessert. danke. hochgradig!

  • User
  • 05.07.2011 13:24:04 skifahrer

    Von wann ist denn bitte das Interview wirklich ?
    Es steht zwar der 4.7.2011 in der Kopfzeile, aber....

    Biesinger ist tot
    Erhardt ist tot

    und "die anderen", zu denen Eckel keinen Kontakt mehr hat, sind es auch...

  • User
  • 05.07.2011 13:41:06 skifahrer

    geschenkt.
    sehe an den einträgen, dass es wohl um 2009 war....

  • User
  • 06.07.2011 16:46:01 giselher

    und "die anderen", zu denen Eckel keinen Kontakt mehr hat, sind es auch...

    Hans "de Knoll" Schäfer und Ottmar Walter leben noch.

  • User
  • 06.07.2011 23:16:45 qwertz3000

    mögen sie ewig leben!

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